Dudes like you – Copterguide

v.l. Jarno Kiesele & Thomas Widmer

v.l. Jarno Kiesele & Thomas Widmer

Ich war bei Jarno Kiesele und seinen fliegenden Augen um ihm auf die Pelle zu rücken. Er kommt aus Friesenheim, was erstmal vermuten lässt, dass er irgendwo in Friesland wohnt. Friesenheim hat aber eine 7er Postleitzahl  und liegt deshalb etwa 700 km südlicher.

Mit 32 Jahren ist er ein angenehmer Typ und nebenberuflich Pilot, oder besser gesagt Copterpilot. Also nicht wirklich zum rein sitzen, sondern zum um den Hals hängen. Nein, er ist auch keiner von diesen fanatisch-perfektionistisch veranlagten Hobby Modellbauern, die nach 8h Arbeit nochmal 16h im Hobby-Keller verschwinden und mit den Jahren eine Sonnenallergie entwickelt haben. Für ihn steht  Funktionalität bei  Weitem über der Optik seiner Fluggeräte, denn schließlich müssen diverse Kameras in die Luft befördert werden. Man kann auch direkt Drohne sagen, obwohl man sich da gleich so beobachtet vorkommt. Filmtechnisch gesehen ist der Effekt, der fliegenden Kamera, nichts Neues, aber es wirkt auf den Betrachter ungewohnt, beeindruckend und zeigt einem die Dinge aus einem völlig neuen Blickwinkel. Und wer hätte gedacht, dass man für so ein Ding eine Fluggenehmigung benötigt?!

Control battle at the Barn

Das Ganze ist zeitaufwendig und nicht gerade günstig, weshalb Jarno mich ungläubig und verdutzt anschaut, als ich ihn frage, ob ich auch mal spielen darf. „Spielen? Äh, wart mal…  Nee!!!“.  Zu ärgerlich und teuer wär ein Absturz. Außerdem schafft er das schon selbst und so ist es noch gar nicht lange her, da ist ihm sein fliegendes Auge abgeschmiert und am Boden zerschellt.

Weil Drohne fliegen und gleichzeitig die Kamera bedienen nicht geht, hat er jemanden mitgebracht, der quasi sein Auge ist. Thomas steuert  via Funksignal und Video-Brille die Flycam und schaut deshalb meist in eine andere Richtung als Jarno. Das sieht deshalb manchmal so aus, als wäre er völlig abwesend. Die beiden sind ein gutes Team und  müssen während dem Flug fast nicht miteinander kommunizieren. Gefilmt wird so ziemlich alles wofür sich der Aufwand lohnt oder die Kasse stimmt. Ob das Festival von oben oder einen Begleitflug beim Kicker Springen… Die Copter wurden schon in den verschiedensten Situationen eingesetzt, denn die Möglichkeiten sind ja nahezu grenzenlos. Die Flycam lässt sich in alle Richtungen schwenken und bleibt selbst bei Änderung der Flugrichtung oder Kippen des Copters, stabil auf das Ziel gerichtet. In einem Radius von etwas mehr als 100 Metern können die beiden so agieren und sollte die Drohne doch mal außer Reichweite gelangen, ist die Kiste so programmiert, dass sie, wie Herpes,  immer wieder zurück kommt. Ich hab ja vermutet, dass das Ding dann einfach auf den Boden plumpst, aber das macht die gar nicht. Wenn, dann nur weil man den Akku vernachlässigt hat.  Damit aber das nicht passiert, werden in der Video-Brille alle wichtigen Daten, wie Akku, Höhe, Satelliten, Entfernung, GPS- & Homeposition, Geschwindigkeit und Steuerlage der Drohne, angezeigt. Fehlt nur noch, dass man damit Spagetti kochen kann!?

Drohne

Copterguide nennt sich das gesamte Gespann mit Jarno, Thomas und den 3 Drohnen und mit etwas Fleiß trägt sich das Projekt bald von alleine, damit der eigentliche Job,  dem Filmen und Fliegen weichen kann. Die Nachfragen sind jedenfalls vorhanden, aber die Woche besteht eben nur aus 24/7 und da bleibt neben der Arbeit nicht mehr so viel Zeit übrig. Vorbereitung, Aufbau, Flug, Clips schneiden und bearbeiten… Das ist etwas mehr Aufwand, als sich ein Wurstbrot für die Mittagspause zu schmieren.

Commander Kiesele

Mir wär das definitiv zu viel High-Tech, was da an den Dingern dran hängt. Ich bin ja schon froh, wenn ich weiß, wie mein Telefon funktioniert. Das Zeug fass ich also nur mit den Augen an, denn das komplette Equipment hat schon längst einen 5-stelligen Betrag überschritten und ist alles andere als Spielzeug. Allein die Akkus sind schon so viel wert wie mein Auto!

Checkt am Ende des Artikel die Aussicht in dem kleinen Elevator-Clip, den wir gebastelt haben und  wer weiß, vielleicht seht ihr die beiden mal irgendwo rumstehen. Die sollten leicht zu erkennen sein, da der eine dauerhaft in den Himmel starrt und der andere mit der Space-Brille etwas verloren daneben steht.

Solltet Ihr für euren nächsten Clip in Erwägung ziehen, dem Ganzen einen außergewöhnlichen Schliff zu geben, dann schreibt ihm doch mal ne Mail, beschreibt kurz was Ihr euch vorstellt und ab dafür. Die Homepage ist zwar schon online aber noch nicht ganz fertig. Um Kontakt aufzunehmen, reicht es aber schon mal.

Copterguide Aufzug Flug from Copterguide on Vimeo.

www.copterguide.com

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